Was Mama nicht weiß

Sexting und Cyber-Mobbing Thema bei Jugendfeuerwehr

Cyber Mob 1   Cyber Mob 2

Ein Seminar der Bayerischen Landesjugendfeuerwehr-Führung über die aktuelle Jugendgefährdung durch Sexting und Cyber-Mobbing, aber auch das Thema Web-Hygiene veranlasste die Jugendfeuerwehr Ensdorf zu einem Elternabend im Gerätehaus.

Dafür interessierten sich einige Mütter und Väter der 19 Jugendfeuerwehrler und auch Kreisjugendfeuerwehr-Sprecherin Laura Braun. Thilo von Hanstein referierte mit einer Präsentation und kleinen Filmen über das Phänomen Sexting (dazu Blickpunkt). Im Anschluss an seine Ausführungen entwickelte sich eine rege Diskussion. Dabei stellte sich heraus, dass die Eltern nicht alles wissen, was ihre Kinder mit Smartphone und PC treiben.

Um den Abend nicht in zu düsterer Stimmung zu verlassen, zeigten Wolfgang Reiser und Thilo von Hanstein noch zwei Präsentationen über die Arbeit der Jugendfeuerwehr Ensdorf und den Rechenschaftsbericht über das vergangene Jahr.

Krönender Abschluss war dann der Film, den die Älteren aus dem Nachwuchs-Team anlässlich der Prüfung zur Jugendflamme Stufe 3 als Werbefilm für die Jugendfeuerwehr selbst gedreht haben.


Zum Thema: Verhängnisvolle Liebesbeweise im Internet
Halb- bis Ganznacktfotos werden nach den Worten von Thilo von Hanstein heute schon von 12- bis 15-jährigen an Freunde verschickt - "und zwar von der 62 Prozent dieser Altersgruppe". Die Folgen dieser Liebesbeweise oder Mutproben seien den Jugendlichen nicht bewusst. Die Fotos führten, in die falschen Hände gelangt, nicht nur zu Mobbing und Verunglimpfung, sondern auch zu Problemen bei Bewerbungen.
Zu verfänglichen Fotos kämen oft entsprechende Kommentare, woraus sich das Problem des "Sexting" ergebe. Pädophile würden oft nur darauf warten, "um in Kontakt zu treten". Ein Problem sei, dass die Bilder weltweit im Internet zu finden seien und dort praktisch nie völlig gelöscht werden könnten.
Das kann laut Hanstein Betroffene nicht nur zu Opfern von Cyber-Mobbing machen: Es führe sogar bis zum Selbstmord. Die Gefahr beim Cyber-Mobbing liege in der Anonymität der Täter, die sich im Netz sicher fühlten.
Das Versenden und Speichern solcher Nacktfotos falle unter Kinderpornographie. Soziale Medien wie Facebook oder Whatsapp könnten gefährlich sein, betonte Hanstein: "Das Internet vergisst nichts".